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Turniergg „
Vater warum behandelst Du mich wie ein Stück Vieh,“ fragte die
Prinzessin verärgert quer durch den Tronsaal schreiend. Am morgen war ihr
durch die Zofe verkündet worden, daß der zukünftige Gemahl, der Mann an
ihrer Seite und Erbe des ganzen Königreiches, natürlich erst nach dem
Tod des Königs, aus den Reihen der am Wettkampf teilnehmenden Ritter
kommen würde. Mehrfach hatte sich Prinzessin Petra über diese Art und
Weise der Begattung in Anwesenheit ihres Vaters beschwert und auch jetzt
verkündete sie wieder unverblümt wie mittelalterlich sie das alles fand. „
Aber Schatz wir leben doch im Mittelalter,“ gab der Vater zu bedenken,
“ außerdem ist es der übliche Gang des Verfahrens. So wird die Suche
des Bräutigams auch von den Nachbarkönigreichen gehandhabt.“ Der König
drehte sich entschlossen um und verließ den Tronsaal. Er
war die Diskussion mit seiner störrischen Tochter leid. Nach
seiner Überzeugung gehörte zu einem vernünftigen adligen Miteinander
zwar auch ein wenig Liebe, jedoch schöpfte er aus seiner eigenen
Erfahrung den königlichen Schluß, daß die Liebe ein zwangsläufiges
Produkt der Gewohnheit ist. Der König war sich daher sicher nur das Beste
für sein Kind zu tun. Hinzu kam noch das fortgeschrittene Alter der
Prinzessin. Sie war mit ihren vierzehn Jahren bereits drauf und dran ein
wenig des frischen Blütenduftes, der beständig von hier auszuströmen
schien, zu verlieren. Das hatten beide Elternteile einstimmig bemerkt, was
allerdings nicht einfach war, denn immerzu tollte der kleine Wildfang im
Schloß herum und gab sich dem Ballspiel hin. Das geübte Auge der wegen
einer Erkältung bereits seit fünf Jahren ans Bett gefesselten Königin
hatte nicht oft Gelegenheit die Jüngste des Hauses einzufangen. Aus
diesem Grund hatte die Zofe dem Koch soeben die Vermutung geäußert die Königin
könnte versehentlich ein anderes Kind für das ihrige gehalten haben. „
Das hätte der gnädige Herr doch bemerken müssen,“ meinte der bullige
Koch während er sich seine schmierigen Hände an der nicht mehr erkennbar
weißen Weste abwischte. „
Der hat ein Auge wie alle Männer .“ Die Köchin saß auf einem
Holzschemel in der Ecke der Küche und rupfte die Gans für das sonntägliche
Mal. Auf dem Boden lagen wild verstreute Federn, welche teilweise mit dem
aus dem Hals der Gans tropfenden Blut getränkt waren. „
Ihr seht bei uns nur schön oder häßlich.“ Sie rupfte etwas heftiger. „
Ich sehe auch dick oder dünn,“ erwiderte der Koch, ohne zu bemerken,
wie die Köchin ihn daraufhin ungehalten anschaute. Die Hände über den
beachtlichen Bauch streifend entfernte er sich. Schließlich mußte noch
das Bankett für die Ritter zubereitet werden und er
befürchtete nicht genug Fettiges auftischen zu können. Im
Ostflügel des Schlosses saß derweil die Prinzessin und grübelte über
einen Ausweg nach. Was konnte Sie nur tun? Zuerst hatte sie an eine
spektakuläre Flucht gedacht. So eine wie vor drei Jahren. Mit einem
Bettlacken hatte sie sich vom Turm aus dem zweiten Stock abgeseilt, weil
der Vater eines ihrer Stickarbeiten im Tronsaal mit einem Hirschgeweih
ausgetauscht hatte. Leider blieb die Flucht damals unbemerkt. Beim Abstieg
hatte sich die Prinzessin den Fuß verstaucht und war heimlich humpelnd
wieder in ihre Gemächer zurückgekehrt. Wenn sie es diesmal geschickter
anstellte, würde der Vater vielleicht bemerken in welchem seelischen
Zwang sie sich befand, der sie zu solchen Taten trieb. Doch wie gesagt es
war nur ihr erster Gedanke. Denn als sie sich gerade aus dem Burgfenster
beugte, um die Höhe abzuschätzen, viel ihr Blick auf diesen stattlichen
Jüngling. Er ritt die Lanze lässig in der rechten Hand schwingend die Zügel
nachlässig schleifen lassend soeben zum Burgtor herein. Irgendwie mußte
er die Blicke der Prinzessin bemerkt haben, denn als er mit der Andeutung
einer Handbewegung die Torwachen unnachahmlich grüßte, warf er kurz
einen messerscharfen Augenaufschlag zum Fenster der Prinzessin. „
Hoffentlich gewinnt er,“ schoß es ihr durch den Kopf. Schlagartig hatte
sich der königliche Pulsschlag verdoppelt. Schweiß begann ihr Kleid zu
durchdringen. Wie angewurzelt stand Prinzessin Petra am Turmfenster und
hing in Gedanken dem unbekannten Ritter mit diesem unglaublichen
Augenaufschlag nach, auch noch als sich ein zweiter Ritter dem Burggraben
näherte. Aufgrund seiner Masse, die dem Pferd arg zu schaffen machte,
geschah dies nur sehr langsam, so daß er die Prinzessin am Fenster
bemerkte. Fälschlicherweise dachte der Neuankömmling die Schöne blicke
ihn an, was seiner Kurzsichtigkeit zu verdanken war. Er begann heftig zu
winken und hatte nun tatsächlich die Aufmerksamkeit der Prinzessin auf
sich gezogen. „
Hoffentlich gewinnt er nicht,“ schoß es ihr diesmal durch den Kopf und
sie trat vom Fenster zurück. Während
des Vormittags kamen noch einige Ritter durch das Schloßtor geritten und
Prinzessin Petra entging kein einziger. Von allen blieb es jedoch
schicksalhaft der Erste den sie erblickt hatte, dem ihr Herz gehörte. Die
Ritter versammelten sich im Speisesaal an der von Koch und Köchin
reichlich gedeckten Tafel. Fast alle hatten bereits ihre Rüstung abgelegt
und an einen Platz gestellt, der vom Knappen gut bewacht werden konnte.
Die eine oder andere Keule, der eine oder andere Braten war zum Ärger des
Kochs bereits in der Wartezeit verspeist worden, als der König endlich
eintrat die Ritter feierlich begrüßte und die Tafel freigab. Nun stürzten
sich die Herren auf die Köstlichkeiten, daß es nur so eine Freude war.
Allen voran der dicke Ritter, dem die Prinzessin am Morgen den Turniersieg
innerlich verweigert hatte. Er schlang hier ein Stück Gänsefleisch, da
ein Stück Lendenbraten, goß etwas Bier aus dem großen tönernen Krug in
den bereits vollen Mund, wobei zwangsläufig der größte Teil des Bieres
auf seinem rostigen Kettenhemd landete und riß sich nebenbei noch etwas
aus dem knusprigen Ferkel heraus. Der König konnte sich bei diesem
Anblick und auch beim Anblick einiger anderer Ritter des Eindrucks nicht
erwehren, daß die Herren nur wegen des Mittagsmals zum Turnier erschienen
waren. Eine Unterhaltung fand in der Runde nur dann statt, wenn es um den
Austausch von Nahrungsmitteln ging. Es wurde zu meist versichert wie gut
dies oder jenes schmecke, um es anschließend auch über größere
Entfernungen quer über die Tafel zu werfen. Nur der stattliche Jüngling,
welcher das Schloß als erster betreten hatte, schickte bei solchen
Gelegenheiten seinen Knappen mit der Speise auf den Weg, was die anderen
Raubeine natürlich prächtig amüsierte. Nach und nach begannen die
Bewegungen der Gäste langsamer zu werden, vereinzelt tönte bereits ein
zufriedenes Schnaufen, Rülpsen oder Furtzen durch den Speisesaal und
schließlich war auch der dicke Ritter satt. Er schüttelte sich wohlig,
wobei ihm ein wahres Konzert menschlicher Laute entwich. Der König erhob sich behäbig und eröffnete das Turnier mit
den Worten: „
Das Turnier ist eröffnet.“ Man wünschte sich gegenseitig Glück und
begann sich die Rüstungen anzuziehen. „
Ach ja, der Sieger bekommt übrigens meine Tochter und das Königreich,“
viel dem König im hinausgehen noch ein. „ Das Eine sofort das Andere
erst wenn ich tot bin.“ Die verärgerten Stimmen der Nörgler, die
darauf hinwiesen, daß sie eventuell weniger gegessen hätten, wenn man
das vorher gewußt hätte, konnte der König schon nicht mehr hören.
Im
Schloßhof hatten unterdessen die feinen Herrschaften die Logenplätze
besetzt. Sie bestiegen umständlich das Holzgerüst immer darauf bedacht,
die in allen Farben schimmernden Gewänder nicht zu beschmutzen.
Besonderes Interesse des Pöbels, der in sicherer Entfernung im hinteren
Teil des Hofes hinter einer Absperrung stand, fanden die langen Kegelhüte
der Damen. Sie schaukelten bedenklich bei jedem Schritt der Trägerin und
entlockten der Menge so in manchen kritischen Situationen ein Raunen. Dies
geschah auch als der König den Schauplatz betrat. Der Hut seiner Nichte
markierte eine Schieflage, die unmöglich mit den Gesetzen der Schwerkraft
in Einklang stehen konnte und drohte durch die abrupte Bewegung der
Dame beim Erscheinen des Königs nun endgültig zu fallen. Doch ein kurzer
geübter Griff brachte ihn wieder in die senkrechte Position. Seiner
Wirkung auf den Pöbel bewußt, setzte sich der König zufrieden auf
seinen Platz. Der treue Stallmeister wollte darauf direkt
in den Vorhof zu den Rittern eilen, um diesen mitzuteilen, daß es
Zeit für die ersten Kontrahenten wäre. Doch der König bedeutete ihm
noch zu warten. Seine Tochter war noch nicht erschienen, was ihm Zeit gab
ein wenig über Spinenzo den Zwerg zu lachen. Spinenzo ahnte bereits, daß
der Moment für ein paar Späße gekommen war. Er hatte schon unbemerkt
unter dem Holzgerüst gehockt und kam jetzt mit einem Purzelbaum
hervorgeschossen, machte eine linkische Drehung, vor der Loge, fiel dabei
gekünstelt über seine eigenen Beine und verlor unter lautem Geschepper
seiner Schellenkappe. Außer dem König lachte niemand. Zwar fand auch
dieser nichts Witziges an Spinenzos Künsten, doch amüsierte ihn der
Gedanke, daß der Narr jedesmal mit den selben Dümmlichkeiten versuchte
die Leute zum Lachen zu bringen. Nach diversen Drohgebärden in Richtung Pöbel
und ein paar Tritten nach Zuschauern, die ungefähr dreimal so groß wie
Spirenzo waren, löste Prinzessin Petra durch ihr Kommen die Peinlichkeit
auf. Der Stallmeister eilte zu den Rittern, worauf die ersten beiden aus
dem Tor zum Vorhof in straffen Galopp hervorsprengten. Die
Prinzessin mußte sich sehr gedulden bis der Mann ihres Herzens endlich
erschien. Sie erkannte ihn sofort obwohl das Visier bereits
heruntergeklappt war. Sein Pferd tänzelte elegant unter der leicht
wirkenden Statur des Jünglings, der die Lanze wie gewohnt locker ohne
eine hektische Bewegung beinah im Rhythmus eines nur für ihn hörbaren
Liedes schwingend hielt. Der andere ihm gegenüber wurde von kaum jemandem
wahrgenommen zumal er bereits nach dem ersten Zusammenstoß vom Platz
getragen werden mußte. „
Jaaa“, schrie die Prinzessin vor Entzücken. Sie klatschte aufgeregt in
die Hände und nahm begierig den lässigen Gruß des Siegers entgegen. Nun
trabte der dicke Ritter auf den Platz. Behäbig hob er sein Lanze. Die
Fanfaren ertönten, behäbig senkte er seine Lanze. Dieses zeitlupenartige
Tempo schien seinen Gegner zu irritieren, bereits im Ansturm zügelte er
sein Pferd und wartete edelmütig bis die Vorbereitungen auf der anderen
Seite beendet waren. Zu seinem Verhängnis kam er dann allerdings nicht
mehr schnell genug in Bewegung, denn der dicke Ritter hatte inzwischen an
Fahrt gewonnen. Der gegen ihn gerichteten Lanze setzte der Dicke seinen
blank polierten blechernen Bauch entgegen, so daß der andere durch den
Aufprall von seiner eigenen Lanze aus dem Sattel gehoben wurde. „
In der Tat ein seltenes Bild,“ sprach der König zu seiner Tochter. Der
Sieger kam zu Loge geritten, wedelte zum Gruß mit der Lanze und rief: „
Hallo Prinzessin.“ Die angesprochene konnte sich nur mühsam ein Lächeln
abquälen und dachte erneut: „
Hoffentlich gewinnt er nicht.“ Im
Vorhof entspann sich nach dem Kampf ein Streit um die Zulässigkeit der
vom dicken Ritter angewendeten Methode. Der Unterlegene erfrischte sich
aus einem Krug Bier und wetterte: „
Wo gibt` s denn so was mit dem Bauch...“ -
„ Wenn du nicht kräftig genug bist ihn einzudrücken bist du selber
schuld,“ meinte ein anderer. „
Hast Du nicht gesehen wie langsam er angriff ? Ich mußte stoppen und habe
so an Geschwindigkeit und damit an Wucht verloren.“ -
„ Selber schuld,“ tönte es aus einer Ecke. „
Nein ritterlich und edel,“ aus einer anderen. -
„ Quatsch, ritterlich und edel, wenn ich das schon höre.“ Die
Diskussion wäre sicherlich bis zur Ernte des Winterweizens, wie ein altes
mittelalterliches Sprichwort sagt, weitergegangen, hätte ihr nicht der
dicke Ritter ein Ende bereitet, indem er sich den Störenfrieden,
insbesondere seinem unterlegenen Gegner, zuwandte und ihnen gewaltig ins
Gesicht rülpste. Die
Kämpfe dauerten noch bis in die frühen Abendstunden, dann standen die
Finalisten fest. Der eine war zum Entzücken der Prinzessin und auch des
Publikums, welches sehr schnell das Knistern der Liebe zwischen den Beiden
bemerkt hatte, der holde Ritter mit der lässigen, leichten Art jegliche
Bewegungen auszuführen. Der
Zweite war niemand anders als der dicke Ritter. Irgendwie mußte er sich
ins Finale gemogelt haben, unbemerkt vom Großteil der Schaulustigen,
nicht jedoch von Prinzessin Petra, die mit wachsender Angst die Siege
ihres heimlichen Alptraumes verfolgt hatte. Die Fanfaren ertönten wie
gewohnt und das Schicksal nahm seinen lauf. Die meisten der Anwesenden wußten
worum es in diesem Kampf ging. Daher herrschte beim letzten Duell, dem großen
Finale, eine beinah ungeheure Stille. Einzig Spirenzo meinte ausgerechnet
jetzt eine Ode an den Birkenbaum, der im Wappen der Königsfamilie stand,
anstimmen zu müssen. Er wurde jedoch sofort unsanft unter die hölzerne
Tribüne zurückgetreten. Die beiden Kontrahenten sammelten erneut
Konzentration, senkten die Lanzen und ritten langsam beschleunigend
aufeinander zu. Jeder hatte den anderen fest im Blick. Keine Bewegung
weder von Roß noch von Reiter entging ihnen.
Der unausweichliche Augenblick des Zusammenpralls mußte nun
vollzogen werden. Der dicke Ritter galoppierte jedoch auffällig weit vom
in der Mitte die beiden Kampfbahnen trennenden Geländer entfernt, so wie
es die Kämpfer bei einem sogenannten Leerlauf zu tun pflegten. Der
Zusammenstoß blieb aus. Gerade hatten beide einander passiert, der
stattliche Ritter hatte lässig von einem zweiten Lauf ausgehend seine
Lanze heruntergenommen, als sich der dicke Ritter im Sattel mit der Lanze
schnell nach außen drehte. Damit stieß er mit dem hinteren Ende der
Lanze den so seitwärts getroffenen völlig überraschten Jüngling aus
dem Sattel und hatte gewonnen. Zunächst
fand der Jubelschrei des Siegers keinen Widerhall. Nur allmählich
feierten ihn die Zuschauer verhalten. „
Das war nicht fair. Vater das kannst Du doch nicht zulassen.“ Prinzessin
Petra verlor zornig jegliche Haltung und redete verzweifelt auf ihren
Vater ein. Der aber ließ es zu. Nicht zuletzt deshalb, weil er sich
mental bereits auf seine große Abschlußrede eingestellt hatte. Er winkte
den dicken Ritter heran, was gar nicht nötig war, denn der stand bereits
begierig zur Prinzessin schielend direkt vor der Loge und verkündete mit
lauter Stimme hinter ausgerolltem Pergament: „
Die Herolde sollen es verkünden. Die Mönche sollen es in schönster
Schrift mit vergoldeten Lettern der Nachwelt überliefern. Die ...“ -
„ Was denn?“ fragte neugierig der dicke Ritter. „
Moment ich komme gleich dazu. Also wo war ich - ach ja...überliefern. Die
Vögel sollen es in den letzten Winkel meines Reiches zwitschern. Die
Winde sollen es aus den Baumkronen rütteln. Die Bauern sollen es in die
Erde pflügen. Was heute hier geschehen. So nennt Euren Namen tapferer
Ritter und sagt ein paar Worte zu Eurer Person.“ -
„ Nun ich heiße Wilhelm zur Burg aber die meisten nennen mich nur den
Dicken Ritter.“ „
Warum denn bloß,“ meldete sich spöttisch die Prinzessin. -
„ Das möchte ich auch gern wissen,“ fuhr der Ritter fort ohne den
Tonfall der Fragenden zu bemerken. „ Tja zu meiner Person gibt`s nicht
so viel zu sagen. Ich esse gern, trinke gern, bin sehr tierlieb, liebe
meine Mutter - übrigens eine ganz tolle Frau - gehe gern spazieren, pflücke
manchmal selber Pilze, ich trinke gern, kann gut kochen lassen, bin
tierlieb, esse gern...“ „
Ja ja schon gut,“ unterbrach ihn der König und begann wieder aus der
Schriftrolle abzulesen. „
...Worte zu Eurer Person. Vielen Dank. Aus diesen Worten spricht die
Erhabenheit eines würdigen Siegers. So nehmt denn Euren Preis entgegen.
Ihr erhaltet ein verlängertes rustikales Wochenende für zwei Personen
auf einem Bauernhof eurer Wahl...“ -
„ Ist das nicht der zweite Preis,“ fragte Prinzessin Petra und ärgerte
sich noch im Moment des Aussprechens über ihr loses Mundwerk. „
In der Tat ihr habt Recht - ,“ der König stutzte, „ da hätte ich
doch beinah die Preise vertauscht und meine Tochter dem Zweiten gegeben,
so was Dummes. Also ihr bekommt natürlich die Prinzessin und das Königreich.
Herzlichen Glückwunsch. Damit beende ich das Turnier und trinke ein
hausgebrautes Bier.“ Dieser selbsterdachte Werbespruch, auf den der König
sehr stolz war und der nach seiner Überzeugung beim Pöbel ausgesprochen
gut ankam, bildete traditionell das Ende des Festes. Man ging zufrieden
auseinander und erzählte sich noch Wochen später über das Erlebte. Der
graue Alltag des Mittelalters machte dies möglich. Doch
was wurde aus der Prinzessin? Sie lernte, genau so wie es ihr weiser Vater
geahnt hatte, den Dicken Ritter Wilhelm schnell lieben und schätzen.
Bereits einige Jahre nach der Hochzeit nannte sie ihn zärtlich Klopps und
teilte mit ihm seine Lieblingsbeschäftigung das Trinken. So lebte sie glücklich
und zufrieden ab dem Ende seiner Tage.
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