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ggQuerfeldein
mit Peterdd
Welcher Student hat sich nicht schon einmal nach einer verwegenen Fahrt mit dem Mountainbike gesehnt. Einmal dem grauen Alltag zwischen Bier- und Kopierstube entfliehen. Dem Internet und dem Bäcker an der Ecke mal ne Pause gönnen. Sauerstoff quasi intravenös direkt ans Herz lassen. Die Rede ist hier nicht von einigen schwarzen Schafen, die es überall gibt und die versuchen bei allem was sie tun, möglichst cool auszusehen. Solche Subjekte haben diese ehrliche und gesunde Sportart gerade bei unseren älteren Mitmenschen stark in Verruf gebracht. Nun wollen wir diesem dunklen Fleck auf der Bikerweste nicht näher nachgehen und womöglich zu Abgründen (studentischer?) Verhaltenspsychologie vordringen. Nehmen wir die ersten Motive VWL-mäßig als konstant und gegeben hin und konzentrieren wir uns auf ein Problem, welches der geneigte Hobbybiker nach kurzem Blick aus seinem Wohnheimfenster verspürt. Ich meine dieses Gefühl der Hilflosigkeit, des ausgeliefert Seins im Großtadtrevier- kurz des nicht Wissens WOHIN?? Und in der Tat, stellt sich die Suche nach geeignetem Terrain als schwierig (vor allem für ortsfremde Erstsemestler) dar. Nicht, daß es an Angeboten mangelt- da wären zum Beispiel die Schotterpisten im Dresdner Norden - eine reizvolle Route führt uns dabei über die Königsbrücker Landstraße, eine andere über zerklüftetes Weideland der Breitscheidtstraße in den Dresdner Osten. So richtig ab geht’s aber nur im Dresdner Westen- wobei ich bei meinem heutigem Tourenvorschlag angelangt wäre. Schon die Fahrt auf einem Stück halbverwucherter Freiberger Straße- natürlich immer dem Lauf der Sonne folgend, weckt dieses unbändige Gefühl von Abenteuer und Freizeit. Gilt es doch in den kommenden Minuten ja Stunden, den westlichen Stadtrand wie einst die Pioniere des Wilden Westens- erst einmal unbeschadet zu erreichen. Über Gorbitz hinaus führen uns die Spuren der Bleichgesichter (die erheblich älter als einen Mond sein müssen), ins überaus liebliche Tal der Zschoner. Wer am Rande der steil abfallenden Talwände stehend, seinen Blick über den Canon gleiten läßt, traut seinen Augen kaum. Nichtmal nen Bierwurf vom Unigelände entfernt, findet der geschätzte Biker alles was sein Herz begehrt. Schmale Pfade entlang eines wild gurgelnden Baches mit zahlreichen Hindernissen wie Bach- Brücken- und Schlamm- Passagen. Steile Hänge und manchmal auch rücksichtslos naturnahe Fußgänger. Wer von Dresden kommt, kann die Zschonermühle (nach ausgiebigem (Sekt-?) Frühstück) links liegen lassen und der Zschoner weiter berg- und flußaufwärts folgen. Empfehlenswert ist dies vor allem in äh... Vorlesungspausen, da sonst einige Fußgänger mehr den Bikerspaß immer mal wieder versuchen könnten zu unterbrechen. Was natürlich wäre ein solcher Gaudi, ohne ein richtig lohnendes Ziel (und ich meine damit nicht irgendwelche stinklangweiligen Aussichtspunkte). Natürlich ist an der Zschoner auch daran gedacht- nach wilder verausgabender Fahrt weitet sich das reizvolle Tal und gibt den Blick auf eine noch verschlafenere und deshalb geheimere Mühle frei- der Schulzenmühle! Was natürlich wäre eine solche in der heutigen Zeit ohne Fahrradständer und äh... angeschlossenem Biergarten. Hier läßt sich’s schon eine Weile ohne Bike aushalten, und man ist- der geschätzte Bwl-er wird aufhorchen- sogar mit E-plus noch ordentlich auf Empfang! Da diese Mühle aber so geheim ist, daß kaum Leute zu ihr finden, hat die Mühle sich dem alten Naturgesetz von A und N gebeugt und nur Freitags und Sonntags auf. Wer sich also außerhalb dieser Zeit verausgaben möchte, dem empfehle ich eine reverse Befahrung der Strecke mit dem Ziel Zschonermühle. Die hat nämlich durchgängig geöffnet. Da sich dieses hemmungslose biken unmittelbar hinter Gorbitz abspielt, müßt ihr also nur in diese Richtung zurück und euch wird geholfen. In diesem Sinne- Bike heil! pb DD
25.6.98
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